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ZIEGELHOF. Vinothek & Kräuterei
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Kräuter Deko

Grafiken aus West und Ost

28. September bis 31. Dezember 2018
Willi Baumeister. Karl Hofer. Grafiken aus West und Ost

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Josef Beuys (W): „Hirschkuh“ (1979), Farboffset (Postkarte), handsign., gerahmt, verkauft


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Walter Womacka (O): Junges Mädchen (1986), rückseitig Neujahrsgrüße Henni und Walter Womacka 1987, monogr., datiert, gerahmt, verkauft
Mit der letzten Ausstellung in diesem Jahr lädt der Ziegelhof zu einer (Zeit-)Reise in die deutsch-deutsche bildenede Kunst ein. Anhand von etwa 40 Grafiken aus Ost- und West-Deutschland dokumentiert die Ausstellung eine lange und immer noch nicht zu Ende geführte Diskussion, die sich auch dem interssierten Laien erschließt.

Mit dem Ende des 2. Weltkriegs vor 73 Jahren hörte die Diffamierung der Modernen Kunst als „Entartete Kunst“ - dazu zählten u.a. die Werke jüdischer Künstler wie auch Expressionisten, Vertreter der neuen Sachlichkeit, Abstrakte u.a. - auf. Die Siegermächte begannen unmittelbar nach Kriegsende mit der geistigen Erneuerung und Umerziehung in Deutschland in jeweils ihrem Sinne. Aber spätestens mit der Berlin-Blockade 1948 und dem Beginn des kalten Krieges gab es erneut eine politisch motivierte Beeinflussung der bildenden Kunst. Dabei waren viele Künstler am Ende der 40er Jahre mit der persönlichen Aufarbeitung des Krieges und der NS-Zeit beschäftigt. Aus dieser Zeit stammt die Arbeit von Werner Heldt „Berliner Häuser“ von 1949, in der er die zerstörte Heimatstadt Berlin thematisiert. Damit beginnt die Ausstellung.
Wenige Jahre später - noch bevor durch den Bau der Mauer die deutsche Teilung fast unüberwindlich wurde - entspann sich die sogenannte Formalismusdebatte: "Ist das Menschenbild gegenständlich oder abstrakt?" und führte wieder zu einer Polarisierung in der Kunst: Zwei Künstler - Karl Hofer als realistischer Maler und Willi Baumeister als Abstrakter - wurden als Symbolfiguren dieses Streits benutzt und haben selbst darunter gelitten. Je ein Werk der beiden Künstler ist in unsere Plakatgestaltung eingeflossen, von der innerdeutschen Grenze symbolisch zerschnitten.

Die Verabsolutierung dieser scheinbar konträren Anschauungen hat für Jahrzehnte die Kunst in Ost und West beeinflusst. Ausführlich beschrieben ist die Geschichte dazu in dem Buch „Willi Baumeister – Karl Hofer – Begegnung der Bilder“, Leipzig, 2005, das auch der Ideengeber zu dieser Ausstellung und für das Plakat war. Was aus diesem Grundkonflikt in den Jahren der Teilung Deutschlands wurde, kann man exemplarisch in der Ausstellung sehen: Arbeiten der Abstrakten Kunst von Josef Beuys, Günter Uecker oder Otto Piene, Beispiele der figürlichen Graphik von Arno Rink, Walter Herzog oder Walter Womacka und Werke von Künstlern, die über die Grenze gewechselt sind, wie Georg Baselitz, A. R. Penck, Gerhard Richter. Zahreiche weitere Künstler sind mit Arbeiten in der Ausstellung vertreten.

Der Galerist und Kurator der Ausstellung, Klaus Karl Maxs, von der Galerie Art Consult in Berlin und der Zehdenicker Ziegelhof laden zu einem Kunstgespräch zu dieser Ausstellung am Sonntag, 30. September 2018, um 15 Uhr in den Ziegelhof ein.
Die gezeigten Arbeiten stehen alle auch zum Verkauf. Sie sind herzlich eingeladen, diese Reise in die deutsch-deutsche bildende Kunst zu erleben.

Ein Hinweis: Ausführlich beschreibt E. Gillen in seinem Buch „Feindliche Brüder? Der Kalte Krieg und die deutsche Kunst 1945 – 1990“, Nicolai-Verlag 2009, mit vielen Abbildungen das Thema.
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