Anfahrt & Öffnungszeiten
Anschrift
ZIEGELHOF. Vinothek & Kräuterei
Am Kirchplatz 12
16792 Zehdenick

Telefon: 03 30 7 / 31 08 83
E-Mail: anfrage@ziegelhofonline.de
Unsere Öffnungszeiten
Montag - Mittwoch geschlossen
Donnerstag - Sonntag geöffnet ab 14 Uhr
Feiertag (z.B. Oster- und Pfingstmontag, 1. Mai, 3. Oktober) geöffnet ab 14 Uhr
Im Januar und vom 16. bis 30 September geschlossen
Kräuter Deko

Oskar Kokoschka - Grafik

Vom 30. Juli bis 24. Oktober 2021
Ausstellung: Oskar Kokoschka - Grafik


bilder/kokoschka.jpg
Der Östereicher Oskar Kokoschka (1886 - 1980) war einer der ganz Großen der europäischen Kunst des 20. Jahrhunderts. Er gilt als einer der führenden Vertreter des Expressionismus und der figürlichen Malerei und war auch als Dramatiker und Illustrator tätig.
Sein Leben ist durch die politischen Umstände in Europa stark geprägt worden. Er lebte in Östereich und Deutschland, war von 1935 bis 1947 tschechischer Staatsbüger, von 1947 bis 1975 englischer Staatsbürger, seit 1975 wieder Östereicher und ist 1980 in der Schweiz gestorben. In der Zeit des Nationalsozialismus galt er als Hitlers "Kunstfeind Nr.1", wurde der "entarteten Kunst" zugerechnet und aus öffentlichen Sammlungen entfernt.
1953 gründete er in Salzburg die "Schule des Sehens",  eine bis heute bestende Sommer-Kunstakademie.
Die Ausstellung im Ziegelhof, kuratiert von der Galerie art Consult, Lychen, zeigt Auschnitte aus seinem graphischen Schaffen: Illustrationen zu giechischen Sagen, Portraits, farbige Blumen- und Tierbilder, aber auch Arbeiten, die zumeist nur in großen Museen zu sehen sind.

Im Kunstgespräch am 5. September 2021, um 15 Uhr, wird Galerist Klaus Köcher noch einige Facetten des Europäers Oskar Kokoschka beleuchten.
Ein besonderes Hihglight der Exposition sind wohl drei Porträts von Kamilla Swoboda aus der Serie "Das Konzert - Variationen über ein Thema". Die Serie umfasst insgesamt 10 großformatige Lithographien, die - 1920 geschaffen - 1921 erstmals als Mappenausgabe erschienen. Oskar Kokoschka porträtierte Kamilla Swoboda während mehrerer Konzerte in deren Haus in Wien. Die Hutmacherin mit eigener Werkstatt und Geschäft gehörte ohne Zweifel zu den bekannten Persönlichkeiten der österreichischen Hauptstadt, sie wurde am 15.5.1942 von den Nazis deportiert, zunächst nach Theresienstadt, und starb auf einem Transport nach Lublin.

Aus urheberrechtlichen Gründen zeigen die nebenstehenden Abbildungen keine Ausstellungsfotos sondern Auszüge aus einem sehr informativen Ausstellungskatalog *), den ich leider nur im Lesesaal  anschauen konnte - hier nachmals der Dank an die Humboldt-Bibliothek in Berlin für die freundliche Unterstützung. Die im Ziegelhof gezeigten Porträts lassen sich auch verschiedenen Musikstücken zuordnen. Kamillas Mann Karl M. Swoboda hat seinerzeit dazu Auskunft gegeben: Kokoschka porträtierte Kamilla bei Lauschen von u.a. Glucks "Iphigenie auf Tauris" (III), der Klavirsonate op.110 von Ludwig van Beethoven (V) und Ausschnitte aus Monteverdis "Orfeo" (VI).
Die Ausstellung ist noch bis zum 24. Oktober zu sehen, immer freitags, samstags und sonntags von 14 bis 18 Uhr und zu den kulinarischen Lesungen.

Michael Müller-Scheffler


*) Reinhold Graf Bethusy-Hus: O. Kokoschka. Das Konzert. Variationen über ein Thema. Ausstellungskatalog. Verlag Galerie Welz, Salzburg. ISBN 3-85349-126-X
bilder/koko1.jpg

bilder/koko2.jpg
Fotos: mms
facebook tripadvisor google maps