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Kräuter Deko

Textile Bilder von Christina Tomala

Vom 6. Februar bis 21. April 2014: „Von singenden Fischen und anderen Naturereignissen“ ist die neue Ausstellung von Textilen Bildern überschrieben. Und die viel sagende Überschrift ist bei einem der gezeigten Objekte durchaus ernst zu nehmen, denn in einer ihrer Arbeiten hat die Berliner Künstlerin Christina Tomala Morgensterns Gedicht „Fisches Nachtgesang“ verarbeitet.

Die „Verse“ gehören zu den Galgenliedern und bestehen lediglich aus Strichen und Kreisbögen, womit traditionell die betonten und unbetonten Silben eines Gedichtes grafisch umschrieben werden. Damit kommt dann in 13 Zeilen so etwas wie ein (grafisch umschriebenes) „Gedicht“ zustande, ohne dass ein einziges Wort gesagt bzw. geschrieben worden wäre – eben der Nachtgesang der stummen Fische! Das Ganze ist bei Morgenstern ein schönes Spiel mit der Redensart. Morgenstern erweitert seine Galgenlieder vom ursprünglichen Thema des Galgens um sprachspielerische, oft Dinge verlebendigende, grotesk anmutende Gedichte. Diese geben sich bewusst harmlos, sind dabei aber interpretatorisch von doppelbödiger Natur, bedürfen „eines zweiten und dritten Blicks“.

Dieses mehrmaligen Hinsehen wiederum benötigen zahlreiche der beinahe 40 Arbeiten von Christina Tomala eben auch. Die flächigen Arbeiten geben ihre Botschaft nicht immer gleich preis. Dabei verwendet sie neben meist selbst eingefärbten Stoffen Pfauenfedern, Reißverschlüsse, Druckknöpfe, Perlen, Wolle und sogar Fossilien und Holzstücke. „Stoffe, Garne, überhaupt das Arbeiten mit textilen Materialien faszinieren mich, seitdem ich als Kleinkind meiner Großmutter beim Nähen zusah. Später wurde gehäkelt, gestrickt, irgendwann musste es auch Klöppeln und Spinnen sein“, erzählt Christina Tomala über ihren Werdegang. Seit einigen Jahren hat es der Architektin, die in Weimar studierte und während ihres Berufslebens als Bauplanerin tätig war, vornehmlich die Stickerei angetan, frei oder auch – programmiert – mit der Maschine. Zu mehreren Kursen und Lehrgängen war sie dazu in Südengland, wo mit den Materialien viel unkonventioneller umgegangen wird als hierzulande. So entstanden quadratische Arbeiten mit dem Titel „Einst fideles, nun fossiles Tintenfischtrio“ und Auszüge aus dem „Tagebuch des Eyafjallajökll“, Motive aus dem Garten, Impressionen zu den Jahreszeiten und zu den Elementen – spannend anzuschauen, nicht ohne Witz, mit großer Ästhetik und einigem Tiefsinn.


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